In eigener Sache: Webdokus

Ich möchte gerne Webdokus und -reportagen machen. Und ich möchte  Kontakte knüpfen mit Autorinnen und Autoren, FotografInnen, VideofilmerInnen, GrafikerInnen, DatenjournalistInnen, CoderInnen etc., die das auch interessiert.

Warum?

  • Weil Webdokus und -reportagen aufregende Erzählformen sind, in denen wir das Beste aus jedem klassischen Medium ausspielen können,
  • weil ich glaube, dass sich interaktive Formen spätestens dann ausbreiten werden, wenn sich der Fernsehapparat als ein weiteres Ausspielgerät für das Internet etabliert und webbasierte Erzählformen einem noch viel breiteren Publikum zugänglich werden als heute,
  • weil ich glaube, dass das Publikum spätestens dann erwartet, dass es eine Geschichte interaktiv nutzen kann,
  • weil ich soweit sein will, wenn es auch hierzulande losgeht.
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Screenshot aus Klynt   (Bild: Rainer B. Langen)

Ich möchte ausprobieren, ob ich Webdokus sui generis produzieren kann, also ohne gleichzeitig einen Film oder ein Radiofeature zu machen. Zur Zeit arbeite ich mit dem  vielseitigen und analogue-native-freundlichen Programm Klynt an den ersten Referenzstücken. Mit Pageflow habe ich erste Erfahrungen. Was ist schon weiß, ist, dass es eigentlich viel zu viel Arbeit für einen Einzelnen ist. Aber solange ich das noch ohne Budget mache, geht es nicht anderes. Die Finanzierung wird erst der nächste Schritt sein.

Ich fände es prima, wenn auf diesem Weg Leute zueinander fänden, die sich gegenseitig mit Anregungen, Diskussionen und Kritik voranbringen. Dabei sind technische und kreative Aspekte das Eine. Genauso wichtig sind Organisation, Finanzierung und Vermarktung. Vielleicht finden aus solch einem Kreis ja einmal produktive Teams zueinander.

 

 

Tagebau-Rekultivierung im Radio und multimedial

Foto: Rainer B. Langen

Foto: Rainer B. Langen

Tagebau-Rekultivierung ist an vielen Stellen in Deutschland ein wichtiges Thema. Ich beleuchte es in einer Multimedia-Reportage und einem Radio-Feature.

Für Braunkohle abgebaggert wurden  mehr als die Landesflächen von Berlin und Hamburg zusammen wurden dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik . Davon sind vor allem das Rheinland, Mitteldeutschland und die Lausitz betroffen.

Artenvielfalt bei Tagebau-Rekultivierung beachten

Es geht darum, wie aus Tagebaugruben wieder neue Landschaften mit Äckern, Wäldern und Naturrefugien geschaffen werden.Dabei achten die Planer darauf, dass die neuen landschaften nicht nur ertragreich für Förster und Bauern sind. Es geht auch darum, dass sich die typische artenvielfalt der Region wieder einstellt.

Ich habe bei Spremberg in der Lausitz auch ein Landschaftsobservatorium besucht, in dem die Natur ganz von alleine wieder Fuß fasst. Dort erfahren Wissenschaftler, dass es wichtig ist, wie Wind und Wetter eine nackte Fläche aus totem Sand ganz zu beginn formen. Nach und nach übernehmen Pflanzen und Tiere die Gestaltung der Landschaft.

Podcast: Vögel beachten Tempolimit

Manche Vögel haben ganz schön die Ruhe weg, gerade in ländlichen Gegenden. Da picken sie mitten auf der Straße die Reste einer überfahrenen Maus auf und wenn sich ein Auto nähert, fliegen sie erst im allerletzten Moment weg. Wie sie das immer wieder hinkriegen, haben französische Zoologen herausbekommen. Soviel sei verraten: Die Straßenverkehrsordnung hat einen gewissen Einfluss auf die Tiere.

Podcast: Für einige Pflanzen ist Trockenheit zum Weglaufen

Klar, können Pflanzen sich bewegen. Hin- und her schwingen Gräser, Kräuter und die Äste und Zweige im Wind. Aber das ist noch nicht alles. Physiker in Grenoble haben entdeckt, dass winzige pflanzliche Lebewesen Beine zum Gehen und Hüpfen haben und diese auch dafür nutzen. Wie das genau funktioniert, habe ich den Leiter der Forschergruppe gefragt.

Philippe Marmottant und sein Team haben dazu ein, wie ich finde, wundervolles Video produziert. Anschauen lohnt sich!

Wie versteckt man sich im offenen Wasser?

Bodenguckerfische vor Texas (Foto: Erich Schlegel)

Bodenguckerfische vor Texas können sich mit einem optischen Trick im offenen wasser verstecken (Foto/Credits: Erich Schlegel)

Wenn andere einen als Fisch gerne verspeisen möchten, ist es nützlich, wenn man sich gut verstecken kann. Damit einen die Raubfische gar nicht erst entdecken. Tatsächlich verstecken sich viele Fische zwischen Pflanzen, in den Ritzen eines Riffs oder sie graben sich womöglich sogar ein. Aber was machen die, die gar keine Verstecke haben, weil sie im offenen Wasser leben? Die Antwort von Dr. Molly Cummings: „Denen bleibt nichts übrig, als sich in das Bild des Wassers einzublenden.“ Klar, was sonst. Tarnkappe eben. Besser hätte es auch ein Magier nicht sagen können. Aber Weiterlesen →

Radio-Feature: Auch Tiere können psychisch krank werden

Mein Radio-Feature bei SWR2 zum Nachhören über Schimpansen, für die der eigene Arm ein fremder Gegenstand ist, lethargische Orang-Utan-Kinder und abnorm aggressive wilde Elefanten? Das ist für Zoologen, Psychologen und Psychiater nicht länger einfach eine Sammlung aus dem Raritätenkabinett der Natur. Sie erkennen, dass dahinter Angst, Depressionen und posttraumatische Belastungsstörungen der Tiere stehen, wie sie auch für Menschen bekannt sind. Und dass sie oft von Menschen verursacht sind.

 

Spinne hält Mahlzeit: (Sehr-)Kurz-Tierfilm am Bürofenster

Vor meinem Bürofenster hat eine Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus) ihr Netz aufgespannt.  Ich konnte sie beim Fressen beobachten. So entstand der erste (Mikro-) Tierfilm gut einen Meter neben meinem Schreibtisch.

Das nenne ich echtes Blog-Zoo-Direktoren-Glück.

Über die Spinne, der zwei Vorderbeine fehlen, kann ich außer dem im Film Gezeigten nicht viel sagen. Auf einmal war sie da mit ihrem Netz.

Und jetzt ist sie wieder weg. Schade.

 

 

Wie ein Bach die Landschaft formt

Text, Fotos, Videos: Rainer B. Langen

Foto: Rainer B. Langen

Im Süden von Düsseldorf habe ich für einen Radiobericht auf einem kurzen Spazierweg ein faszinierendes Beispiel dafür erlebt, welche gestaltende Kraft ein Bach entfaltet, wenn man ihn nur lässt. Hier können Anwohner fast vor ihrer Haustüre buchstäblich zusehen, wie sich lebendige Vielfalt  ausbreitet.

 

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Biodiversität lässt die Kasse klingeln

Wozu brauchen wir eigentlich Artenvielfalt oder Biodiversität?

Das werde ich oft gefragt und gebe die Frage als Journalist oft an Experten weiter.

Weil Artenvielfalt ein kultureller Wert ist, wie Theater, Literatur, Musik oder der Kölner Dom, bekomme ich zur Antwort. Oder: Weil wir nicht wissen, wozu wir sie vielleicht eines Tages noch gebrauchen können. Oder: Weil es einfach schön ist, sie zu haben. Es gibt sogar Gründe, die mit staatstragender Wucht daherkommen: Weil wir uns völkerrechtlich verpflichtet haben, die Biodiversität zu schützen.

Finde ich alles wichtig und richtig, aber nicht ganz einfach zu fassen. Doch manchmal gibt es auch ganz handfeste Gründe für Weiterlesen →

Zum Ranken brauchen Pflanzen Selbsterkenntnis

Rankpflanzen tun gut daran, an fremden Gewächsen hoch zu wachsen und möglichst nicht an ihren eigenen Ästen und Zweigen. Sonst nehmen sie sich selbst das Licht weg oder brechen vielleicht unter der eigenen Last zusammen.

Sich nicht an sich selbst hochziehen: Das muss eine ziemlich komplexe Herausforderung sein. Das wird mir klar, als ich mir den russischen Wein auf der Mauer im Garten ansehe: Hunderte, vielleicht Tausende, Weiterlesen →